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Was ist ein Corps?
Ein Corps ist eine Studentenverbindung. Daneben gibt es noch andere Verbindungsarten, die sich jeweils in ihren Prinzipien unterscheiden.
Die Corps zeichnen sich durch Toleranz, politische Neutralität, Lebensbund, und Mensur aus. Wir sind als Gruppe unpolitisch. Einen Lebensbund haben die meisten Verbindungen als Prinzip.
Er besagt, daß sich die Corpsangehörigen in einer Art Großfamilie für das Leben verbinden und aus diesem Grund bezeichnen wir uns untereinander auch als "Corpsbrüder". Mensur bedeutet, daß wir akademisches Fechten betreiben.
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Seid ihr eine schlagende Verbindung?
Das Corps Austria ist, wie alle Kösener Corps, eine schlagende Verbindung. Dies bedeutet, daß jedes Mitglied eine bestimmte Anzahl von „Mensuren“ fechten muß. In unserem Fall sind dies vier. Als Mensur wird das das studentische Fechten mit scharfen Waffen bezeichnet.
Als Corpsstudenten bilden wir uns nichts auf das Fechten ein. Es ist ein wichtiger Teil unserer Tradition – nicht mehr und nicht weniger.
Für Außenstehende erscheint das Fechten antiquiert und als ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit. Für uns aber ist es ein lebendiger Teil unserer Tradition. Es ist ein Bindeglied zwischen allen Generationen. Die Mensur ist für jeden eine Ausnahmesituation in der er sich – wie unter einer Taucherglocke – seinen Ängsten stellt. Bei einer Mensur gibt es keinen Sieger und keinen Besiegten. Es geht dabei nicht um „Ehre“, „Genugtuung“ oder „Männlichkeit“, sondern durch diese Erfahrung, die allen Corpsbrüdern eigen ist, wird die Gemeinschaft der Corpsbrüder eng zusammengeschweißt. Denn mit dem Fechten einer Mensur zeigt derjenige, daß er bereit ist, einen persönlichen Einsatz für die Gemeinschaft zu geben und sich zu überwinden. Das unterscheidet uns von nichtschlagenden Verbindungen.
Eine ausführliche Darstellung der Mensur und des studentischen Fechtens findest Du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Mensur_(Studentenverbindung)
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Seid ihr eine Burschenschaft?
Nein. Der Begriff „Burschenschaft“ wird leider viel zu oft als übergeordneter Begriff für alle Studentenverbindungen benutzt. Burschenschaften sind nur eine von vielen Verbindungsarten. Es gibt Corps, Landsmannschaften, Turnerschaften, Sängerschaften, konfessionelle Verbindungen, Damenverbindungen und viele mehr. Die größten Unterschiede zu Burschenschaften sind, daß wir unpolitisch sind und bei uns die Herkunft der Mitglieder keine Rolle spielt.
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Wie stehen die Corps zu politischem Extremismus?
Corps sind politisch tolerant und akzeptieren alle politischen Auffassungen, solange sie mit grundlegenden ethischen Prinzipien vereinbar sind. So sind Corpsstudenten praktisch in allen im Deutschen Bundestag vertretenen demokratisch legitimierten Parteien Mitglied. Demagogie, Extremismus und Intoleranz sind den Corps wesensfremd. Corps nehmen Wehrdienstverweigerer auf und Mitglieder aller Religionen. Corpsstudenten kommen heute aus allen Kontinenten und treffen in den Corps auf eine weltoffene Atmosphäre.
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Warum gibt es überhaupt noch Corps?
Die Corps sind die älteste heute noch existierende Form von Studentenverbindung, einige Corps sind über 200 Jahre alt. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es erste Reformbewegungen, die die Corps abschaffen oder ersetzen wollten, wie die Burschenschafts-Bewegung oder die Progress-Bewegung. Schon damals galten die Corps als nicht mehr zeitgemäß. Corps orientieren sich jedoch seit jeher nur an ethischen Werten und nicht an politischen Ideologien. Wer darauf eingeschworen ist, der ist in einem Corps nicht richtig. Deshalb haben sich die Corps bis heute gehalten, haben Monarchien und Diktaturen überlebt und begeistern noch heute junge Studenten mit ihrer Ausstrahlung und ihrer spezifischen Form des Zusammenlebens. Corps haben alte Traditionen, sind aber immer jung geblieben, weil sie von jungen Leuten getragen werden.
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Warum nehmen Corps keine Frauen auf?
Als die ersten Frauen in Deutschland auf die Universitäten kamen, gab es die Corps bereits seit rund 100 Jahren. Die Strukturen waren bewährt und bereits fest auf eine Männergemeinschaft ausgerichtet. Die Frauen haben mittlerweile ihren Weg an die Universitäten gefunden und stellen heute sogar etwas mehr als die Hälfte der Studierenden. Die Studentenverbindungen haben sich mit ihrer Vielfalt darauf eingestellt. Einige Verbindungen nehmen Männer und Frauen auf, einige nehmen nur Frauen auf. Viele Studentenverbindungen nehmen weiterhin nur Männer auf. Das Angebot ist vielfältig, es ist für Jeden etwas dabei. Und die Corps gehören als Männergemeinschaften dazu.
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Sind Corps frauenfeindlich?
Frauen sind auf allen Corpshäusern gern gesehene Gäste und fast täglich präsent. Ob es die Kommilitoninnen der Corpsmitglieder sind, die an Arbeitsgruppen teilnehmen, oder die Freundinnen, die am Gemeinschaftsleben Anteil haben. Höhepunkt im Jahresprogramm eines Corps ist der Stiftungsfestball, zu dem die Alten Herren ihre Ehefrauen und Töchter mitbringen. Viele Frauen genießen die stilvolle Atmosphäre bei Corpsveranstaltungen. Und die Corpsstudenten geben sich alle Mühe, daß das so bleibt. Dies belegt ein Blick in die Fotogalerie von Austria.
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Muss man bei euch Alkohol trinken?
Bei uns gibt es keinen Trinkzwang und niemand muss Alkohol trinken. Alles in allem trinken wir auch nicht mehr oder weniger als der Durchschnittsstudent.
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Verliert man zu viel Zeit im Studium?
Das Aktivenleben nimmt zwar viel Zeit in Anspruch, jedoch steht für unsere Mitglieder ein erfolgreicher Abschluss des Studiums ganz klar an erster Stelle. Bei uns erhält man jedoch Unterstützung im Studium, was sich wieder positiv auf den Lernprozeß auswirkt.
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Was wird gefordert?
Corpsstudenten sind Menschen, die andere Menschen mit all ihren Eigenheiten akzeptieren, einfach weil sie Menschen sind. Für uns heißt das, Freude am Leben haben und anderen deren Freude am Leben lassen. Praktisch wird dies erreicht durch Toleranz anderer Meinungen und Ansichten und durch gelebte Demokratie (auch wenn es mal schwer fällt, eine Mehrheitsentscheidung mitzutragen). Corpsstudenten wehren sich deshalb gegen Intoleranz und jede Art von diktatorischem Verhalten. Praktisch heißt das, daß Corpsstudenten versuchen, vorbildlich zu leben, um andere durch gelebtes Beispiel von ihren Ansichten zu überzeugen, statt sie mit Druck "auf Linie" zu bringen.
Wenn Du Dich mit diesen Zielen identifizieren kannst und Dich in unsere Gemeinschaft einbringen möchtest, bist Du herzlich bei uns willkommen.
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